„Finde den Platz besonders“ - Konditorin eröffnet ihr beliebtes Café wieder

Es tut sich was im Wangener Museumscafé. Eine neue Pächterin will es im September wiedereröffnen - auch montags soll es dann offen haben. Das hat sie zudem vor.

In dem Schaukasten an der Außenwand des Museumscafés hängt dort, wo später einmal die Speisekarte aushängen soll, derzeit „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“, ein Gemälde aus dem 17. Jahrhundert. Immer wieder lockt es den Blick von Passanten auf sich. Dabei kommt es nicht von ungefähr, dass die neue Inhaberin des Museumscafés, Cornelia Soriano Eupen, zur Überbrückung ein Gemälde eines niederländischen Malers in den Schaukasten gehängt hat.

Erfahrung in den Niederlanden gesammelt

Soriano Eupen ist gebürtige Stuttgarterin und hat dort im Café Nast das Konditorhandwerk gelernt. Die 43-Jährige ist in jüngeren Jahren auch im Ausland unterwegs gewesen, hat als Konditorin eine Zeit lang in Amerika gearbeitet, später auch in den Niederlanden, in Den Haag - daher auch „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“. Seit einigen Jahren lebt Soriano Eupen nun mit Sohn und Mann in Wangen. Ihre Anstellung in einem hiesigen Hotel tauscht sie nun gegen die Selbständigkeit.

Geöffnet sein soll das Museumscafé nach seiner Eröffnung im Laufe des Septembers künftig von Mittwoch bis Montag, jeweils von 9 bis 21 Uhr. Dienstags ist Ruhetag.

„Ich finde den Platz sehr besonders“, sagt Sorinao Eupen. Das Café in einem historischen Gebäude direkt an der Stadtmauer ist eingebettet in die dortige Museumslandschaft. Die Sitzplätze vor dem Café sind teils von einem Baum beschattet, der Blick gleitet über den nahen Brunnen und über den Platz vor dem Restaurant „Stoffels im Stadtbräu“ zur Eselmühle hoch. Insgesamt 44 Außenplätze zählt Soriano Eupen mitsamt den Plätzen im Hinterhof.

Von Käsekuchen bis Fleischküchle

Auf der Speisekarte werden sich neben Kaffee und Kuchen auch kleine herzhafte Speisen finden: von heißen Seelen, belegten Broten über Kartoffelsalat mit Fleischküchle oder auch Gemüsequiche. Zudem ist eine wechselnde Tagessuppe vorgesehen. Und wird sich ihre Auslandserfahrung auf der Speisekarte spiegeln? „Man wird es an den Käsekuchen merken - und an den Cookies“, sagt Soriano Eupen, Anklänge an ihre Zeit im US-Bundesstaat New Jersey. Einen niederländischen Klassiker hat sie bislang noch keinen für ihre Speisekarte ausgewählt.

Unterstützen wird die Mutter eines 13-jährigen Sohns in der Anfangszeit ihr Mann. Ob sie für den Service weitere Kräfte wird einstellen können, müsse sich zeigen. Bewerbungen gebe es bereits. „Die Küche“, sagt Soriano Eupen, „ist mein Ressort“. Perspektivisch hat die Caféinhaberin  auch schon Ideen, etwa einen Tapas-Abend, oder Lesungen im Hinterhof. Erstmal müsse das Café nun aber starten.

Dass sie sich gerade mit dem Museumscafé nun einen Traum erfüllt, dabei half auch der Zufall mit. Eine Konditorei, die es zu übernehmen gäbe, gibt es in ihrer Familie nicht. „Aber ich dachte mir immer: So ein kleines Café, das wäre schon schön“, erzählt sie. Irgendwann sei ihr aufgefallen, dass das Museumscafé leer stehe. „Und dann ging es ganz schnell.“ Im Juli fragte sie bei der Stadt, der die Räumlichkeiten gehören, an, legte ihr Konzept dar und bekam binnen einer Woche die Zusage.

Denn noch ist nicht geöffnet - auch wenn Neugierige das Café bereits dieser Tage immer wieder ansteuern und einen Blick hineinwerfen - kein Wunder: Der mit Kaffeetassen und Deko geschmückte Tisch, die im rot und grau der Hausfassadenfarben gehaltenen Stühle vor dem Café und die Sitzkissen auf der kleinen Steinmauer sehen auch einladend aus.

Soft-Opening im September

Noch allerdings muss Soriano Eupen die potenziellen Gäste vertrösten.  Wie auf den schwarzen Tafeln neben der Cafétür angeschrieben, öffnet das Museumscafé erst im September. Im Moment warte sie noch auf Teile des Geschirrs, und auch die bestellten Stühle seien noch nicht eingetroffen. Starten will sie fließend, und ohne große Veranstaltung. „Es wird nicht den einen Eröffnungstag geben, sondern ein Soft-Opening sein.“

Auch wenn es im Vorfeld noch einiges zu erledigen gilt, so fiebert die Konditorin doch voller Vorfreude auf die Eröffnung ihres ersten eigenen Cafés hin. „Es macht mir einfach Spaß, auch das Gastgeberin-Sein, das liegt einfach in meiner Natur.“